Crazy things are happening here… Verrückte Sachen passieren hier

Zwei brasilianische „Newcomer“ verweisen die Superheros auf ihre Plätze.
Ich bin gedanklich immer noch bei den Quiksilver Pro Weltmeisterschaften und möchte gern noch einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ich finde das viel interessanter, als nur die Ergebnisse anzuschauen.
Die Stimmung bei den Australiern war sehr gedämpft, als klar wurde, dass ein Brasilianer den Titel holen würde. Um nicht zu sagen: das Entsetzen war mit Händen zu greifen, als der 20-jährige Newcomer Gabriel Medina den australischen Supersurfer Nick Fanning (4facher Weltmeister) im Viertelfinale rauswarf. Das Interview anschließend zeigte einen unfreundlichen, absolut unenthusiastischen australischen Reporter, der sich schwer tat, Medina zu gratulieren. Noch unbegreiflicher war dann der Rauswurf von Kelly Slater durch Adriano de Souza, der zwar auch schon einige Titel hat, aber im Vergleich mit Slater ein Nobody ist (ok, die Surffreaks kennen ihn vermutlich) Slater und de Souza sind bisher 9x auf den verschiedensten Wettbewerben gegeneinander angetreten, sie sind so etwas wie alte Rivalen. Eine schöne Geste von Slater fiel auf: er ließ in diesem Wettkampf de Souza den Vortritt und wich bei einer richtig guten Welle aus.
Medina ist schließlich Weltmeister geworden und de Souza hat den 3. Platz.
Einen kleinen, zweifachen Trost haben die Australier nämlich doch: ein direkt aus dem Ort stammender australischer Surfer, Joel Parkinson hat den 2. Platz geholt und bei den Frauen-Weltmeisterschaften Roxy Pro hat Stephanie Gilmore, DIE australische Supersurferin gewonnen. Nach einem sehr schlechten Jahr 2013 und einer Auszeit hat sie es geschafft, sich mental wieder hoch zu arbeiten und besiegte die letztjährige Weltmeisterin Carissa Moore aus Hawaii.

Als jahrelanger Fan von Kelly Slater freute ich mich natürlich besonders, ihn einmal persönlich zu Gesicht zu bekommen. Unter den Surfern gilt der 42-Jährige als der „Surfer-Gott“. Keiner hat seine Titel: 11-facher Weltmeister, Spezialist für die größten, schwierigsten Wellen. Alleine diese Weltmeisterschaften in Australien hat er 4x gewonnen.
Meine erste Ahnung von seinem Können erhielt ich vor ca. 8 Jahren, als ich mit meinem Bruder Harry für 10 Tage nach Nordspanien an einem Surfcamp teilnahm. Abends wurden Videos gezeigt und jedermann sprach den Namen Kelly Slater mit Ehrfurcht aus. Was ich dann auf diesen Filmen sah, hielt ich für schlichtweg nicht möglich: 20m hohe Wellen und ein einsamer Typ, der auf den Wellen und mit den Wellen tanzt, als sei er schwerelos.
Wir hatten auf unserer Amerika-Reise 2012 die Gelegenheit seinen Geburtsort Cocoa Beach in Florida zu besichtigen und das kleine Museum, das ihm gewidmet ist. Fotos von einem Junge aus einfachen Verhältnissen, der mit 8 Jahren sein erstes Surfbrett bekommt und auf den kleinen Wellen von Cocoa Beach übt.
Was mich bei dieser Weltmeisterschaft am meisten fasziniert hat, war nicht nur die Tatsche, dass wir live zusehen konnten, wie er in seinem unverwechselbar schönen Stil surft, sondern auch etwas von dem Menschen zu spüren. Ich fragte mich immer, wie ist jemand, der solche Gefahren meistert. Wie kann man so einen Mut haben und sich mit dem Hubschrauber auf die größten Wellen abseilen?
Wir erlebten ihn dann als einen total sympathischen, natürlichen Mann, der sich unglaublich viel Zeit nahm, um Unterschriften zu geben. Er besitzt hier in der Gegend auch ein Haus, wo er auch ab und zu wohnt, wenn er nicht gerade irgendwo surft oder mit seiner Band auftritt. Ich las in der Zeitung, dass er in einem Cafe irgendwo hier regelmäßig spielt. Mal schauen, ob wir es schaffen, ihn mal an der Gitarre zu erleben.

http://www.goldcoastbulletin.com.au/sport/quiksilver-pro/world-champ-surfers-kelly-slater-and-steph-gilmore-swap-boards-for-guitars/story-fnlkiai5-1226848265217

Ich finde am Surfsport so schön, dass die Surfer noch mit beiden Beinen auf der Erde stehen, ganz normal mit den Fans reden und Fotos machen und nicht so abgehoben und eingebildet sind, wie in vielen anderen Sportarten.

Noch ein anderer Sufer hat mich begeistert: Josh Kerr, 29 Jahre. Guckt euch mal unsere Fotos an, auf welchen er mit seinem kleinen Sohn duscht. Das war direkt nach seinem Surfeinsatz beim Viertelfinale. Kerr ist auch Skateboard-Weltmeister. Ein unglaublich netter und begabter Typ. Ich las, dass er auch eine 6-jährige Tochter hat, die z.Zt. gerade mit ihrem Skateboard bei den Kinderweltmeisterschaften in Kalifornien teilnimmt.
Verrückt, nicht?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert